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Das neue Verständnis der Osteoporose



Thomas Klein, Raimund von Helden

 

Bei Osteoporose werden die Knochen porös: Die Knochenmasse schwindet und die Knochenqualität verschlechtert sich. – Für die Weltgesundheitsorganisation gehört Osteoporose zu den zehn gefährlichsten Volkskrankheiten.

Die allseits empfohlenen Arzneimittel gegen Osteoporose machen die Sache noch schlimmer. Sie schaden dem Organismus und sogar den Knochen, zumindest langfristig.

Falsch sind die populären Ernährungsempfehlungen: mehr Kalzium über Milchprodukte. Denn Kalzium- und Phosphatüberlastung beschleunigen die Alterung in starkem Maße, vermindern die Lebenserwartung und verursachen viele degenerative Erkrankungen.

Dabei ist es einfach, starke Knochen zu erhalten – mit gesunder Lebensweise und Ernährung. Selbst im Alter können die Knochen noch wirksam gestärkt werden. – Wie das zu erreichen ist, zeigt dieses Buch.


 



 

Thomas Klein
Raimund von Helden

Osteoporose

als Folge fehlerhafter Ernährung und Lebensweise

Über die Irrtümer der Osteoporose-Medizin
und die Kunst, gesund zu bleiben

Vitamin C, D, E, K1 und K2 , Magnesium,
Spurenelemente, Antioxidantien, Säure-Basen-Haushalt,
die Gefahr der Kalzium- und Phosphatüberlastung,
die richtigen Grundnährstoffe,
Bewegung, Sport und Krafttraining



















 

Osteoporose wird weithin unterschätzt

Im Jahre 2003 litten 7,8 Millionen Deutsche unter Osteoporose (darunter 6,5 Millionen Frauen). Allein die direkten Behandlungskosten beliefen sich auf 5,4 Milliarden Euro jährlich (Häussler 2007).

Wenn die geburtenstarken Jahrgänge das kritische Alter erreichen, steigt die Anzahl der Osteoporose-Patienten an: auf 10 Millionen, ja auf 12 Millionen und mehr (bei gleicher Lebensweise, Ernährung und Lebenserwartung). Damit erhöhen sich auch die Behandlungskosten entsprechend, wenn nichts dagegen unternommen wird.

Im Alter von über 50 Jahren haben 10 Prozent der Männer Osteoporose und 40 Prozent der Frauen (Häussler 2007, Hadji 2013). – Doch in der Altersgruppe von 50 bis 60 Jahren leiden erst wenige unter Osteoporose. Mit jedem weiteren Lebensjahrzehnt steigt der Anteil der Osteoporose-Patienten exponentiell an. In der Altersgruppe über 80 Jahre werden wohl eher ein Viertel aller Männer Osteoporose haben und drei Viertel aller Frauen, möglicherweise noch mehr. – Osteoporose ist somit allgegenwärtig unter älteren Menschen.

Da jeder alt werden möchte, kann die Osteoporose jeden treffen, wenn dem nicht rechtzeitig vorgebeugt wird.

Mit Vorsicht zu betrachten ist die Diagnose der Osteoporose mit Hilfe der Knochendichtemessung. Denn die Festigkeit der Knochen wird wesentlich von ihrer Qualität bestimmt. Zwar ist eine geringe Knochenmasse oft mit schlechter Knochenqualität verbunden, zumindest im Alter. Doch auch bei hoher Knochenmasse kann die Knochenqualität schlecht sein und ein hohes Frakturrisiko bestehen. Umgekehrt gibt es Menschen, die trotz geringer Knochenmasse über eine gute Knochenqualität verfügen und damit nur ein geringes Frakturrisiko haben.

Die wichtigsten Kennzeichen einer schlechten Knochenqualität sind: viele Mikrorisse und Ermüdungsschäden, eine verminderte Festigkeit der Kollagenfasern der organischen Knochenmatrix und die übermäßige Mineralisierung des Knochengewebes (zu hoher Mineralgehalt).

Die im Alter weitverbreitete Erscheinung eines zu hohen Mineralgehaltes wird als Osteosklerose bezeichnet. Sie ist verbunden mit einer Verhärtung der Knochen, wodurch diese spröde und bruchanfällig werden. Osteosklerose und Osteoporose treten oft gemeinsam auf, weil sich ihre Ursachen zum Teil überlappen. Da Osteosklerose nicht diagnostizierbar ist, außer durch eine Gewebeprobe mit aufwendigem Festigkeitstest, spricht niemand über Osteosklerose, obwohl diese bei alten Menschen die Regel ist; auch bei jenen mit hoher Knochenmasse. – Besser sind Knochen mit geringerer Masse, aber guter Qualität ohne Osteosklerose.

Allgemein gilt: (1) Die Knochenqualität verschlechtert sich mit dem Alter. Eine schnellere Alterung läßt auch die Knochen schneller altern, mit der Folge einer schlechteren Knochenqualität und eines erhöhten Frakturrisikos (z. B. bei Insulinresistenz, Diabetes Typ 2 und chronischen Entzündungen). (2) Bei Mangel an wichtigen Nährstoffen verschlechtert sich die Knochenqualität ebenfalls, oft dramatisch. (3) Die Unterdrückung des Knochenumbaus führt mittel- und langfristig zu schlechter Knochenqualität. (4) Ein schlechter Gesundheitszustand ist mit einem hohen Frakturrisiko verbunden, unabhängig von der Knochenmasse.

Fast alle Menschen leiden unter einem Mangel an wichtigen Nährstoffen. Deshalb droht fast allen Osteoporose im Alter, oder auch bereits früher im Leben. Fast alle sind durch eine schlechte Knochenqualität gefährdet, spätestens im Alter. – Ausgenommen sind nur die wenigen, die auch im Alter über eine gute Gesundheit verfügen, die sich lebenslang gut mit allen Nährstoffen versorgen, die ihre Knochen regelmäßig und intensiv belasten.

Fazit: Osteoporose ist eine weitverbreitete Erkrankung, die von den meisten unterschätzt und von vielen gar nicht beachtet wird, weil sie keine Schmerzen und Beschwerden bereitet – bis zum ersten Knochenbruch.

Eine Hüftfraktur hat schwerwiegende Konsequenzen: Aufenthalt im Krankenhaus, Operation, Bettlägerigkeit, mitunter bleibende Behinderung oder sogar Tod bei älteren Patienten, die nicht mehr auf die Beine kommen. Die Behandlungskosten sind immens, ebenso die Kosten für Rehabilitation und Pflege.

Und selbst Wirbeleinbrüche bei harmlosen Alltagsbelastungen bleiben zunächst oft unbemerkt. Zu Schmerzen kommt es erst, wenn sich die Gestalt der Wirbel verändert hat und sich Haltungsfehler entwickelt haben, wenn Rückenmark oder Spinalnerven gedrückt werden. Schäden am Wirbel werden erst im Röntgenbild erkannt, oft begleitet von einem Anstieg des AP-Wertes (Alkalische Phosphatase). Doch oft ist es dann bereits zu spät.

Osteoporose ist vermeidbar und auch heilbar, sofern nicht schon bleibende Knochenschäden entstanden sind (wie der Einbruch eines Wirbels). Dieses Buch zeigt, worauf es ankommt, um starke Knochen aufzubauen und im Alter das Frakturrisiko möglichst geringzuhalten.

 

Irrtümer und Trugschlüsse

Über Osteoporose herrschen viele Irrtümer, Trugschlüsse und Mißverständnisse. Wir wollen die häufigsten richtigstellen:

Irrtum 1: Osteoporose sei Schicksal. – Nein, richtig ist vielmehr: Osteoporose ist durch eine fehlerhafte Ernährung und Lebensweise verursacht, durch Mangel an wichtigen Nährstoffen, durch Bewegungsarmut und unzureichende Belastung der Knochen.

Irrtum 2: Alle älteren Frauen hätten Osteoporose. – Richtig ist: Die Häufigkeit der Osteoporose steigt mit zunehmendem Alter an, bei Frauen stärker als bei Männern. Frauen können ebenso wie Männer Osteoporose vermeiden. Auf die richtige Lebensweise und Ernährung kommt es an.

Irrtum 3: Knochenschwund beginne bei Frauen mit den Wechseljahren. – Knochenschwund beginnt bei vielen Frauen bereits früher, beschleunigt sich während der Wechseljahre und verlangsamt sich danach wieder. – Knochenschwund während der Wechseljahre läßt sich vollkommen verhindern.

Irrtum 4: Osteoporose sei eine Alterskrankheit. – Das Alter gilt als Risikofaktor, ist aber keine Ursache. Fehler in der Ernährung und Lebensweise machen sich nur mit zunehmendem Alter immer stärker bemerkbar. Man denke an Bewegungsarmut und fehlende Belastung der Knochen. – Auch im Alter können mit richtigem Training und allen nötigen Nährstoffen starke Knochen bewahrt und sogar wieder aufgebaut werden.

Irrtum 5: Osteoporose sei nicht mehr rückgängig zu machen. – Richtig ist: Die Knochen lassen sich selbst noch im Alter stärken.

Ist es allerdings bereits zu einem Einbruch eines Wirbelknochens gekommen, so läßt sich dieser Defekt in der Tat nicht mehr beheben. Dennoch kann man selbst bei fortgeschrittener Osteoporose viel dafür tun, weitere Knochenschäden zu vermeiden.

Irrtum 6: Eine verläßliche Diagnose der Osteoporose erfolge über die Knochendichtemessung. – In Wahrheit ist die Knochendichtemessung ungenau, fehleranfällig und erlaubt keine verläßliche Aussage über das individuelle Frakturrisiko.

Irrtum 7: Hüftfrakturen seien oft tödlich. – Das war früher der Fall. Doch heutzutage ist die chirurgische Behandlung ausgereift, daß nur Patienten mit schlechtem Gesundheitszustand ernsthaft gefährdet sind.

Irrtum 8: Osteoporose sei eine isolierte Krankheit der Knochen. – Osteoporose wird gewöhnlich begleitet von anderen degenerativen Erkrankungen, welche dieselben Ursachen haben (dazu gleich mehr).

Irrtum 9: Osteoporose lasse sich mit Arzneimitteln erfolgreich behandeln. – Osteoporose-Medikamente haben trügerische Wirkungen. Diese gilt es zu durchschauen. Zudem bleiben bei der medikamentösen Behandlung die Ursachen unberührt, die zur Osteoporose geführt haben. Deshalb versagt die Behandlung mit Arzneimitteln.

Irrtum 10: Mit Kalziumpräparaten und Milchprodukten könne Osteoporose verhütet werden. – Kalziummangel ist selten der Grund für Osteoporose. Viele Menschen leiden vielmehr unter Kalziumüberlastung bei Einnahme von Präparaten und reichlichem Verzehr von Milchprodukten. Kalziumüberlastung beschleunigt die Alterung, auch die der Knochen.

 

Lehrmeister Osteoporose

Jede Krankheit hat ihre Ursachen, auch die Osteoporose. Nach diesen Ursachen ist zu suchen, wenn man Osteoporose vermeiden und heilen möchte.

Bei Osteoporose schwindet die mineralisierte Knochenmasse, die aus Kalziumphosphat besteht (Hydroxylapatit). Dadurch ergibt sich eine negative Kalzium- und Phosphat-Bilanz (es wird mehr ausgeschieden als aufgenommen). – Die naheliegende, aber falsche Gegenmaßnahme lautet: Um das Defizit auszugleichen, so heißt es, müsse mehr Kalzium und Phosphat zugeführt werden, zum Beispiel über Milch, Käse und Joghurt. Doch das führt zu beschleunigter Alterung und zur Verschlechterung der Knochenqualität. Viele degenerative Erkrankungen werden gefördert und die Lebenserwartung vermindert sich in dramatischer Weise. Eine starke Kalzium- und Phosphatüberlastung verkürzt die mittlere Lebensdauer in ähnlichem Maße wie das Rauchen.


 




Dr. med. Raimund von Helden

Gesund in sieben Tagen

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