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Frischgepreßte Säfte und Gemüsepüree


Thomas Klein - 15. März 2012

Obst und Gemüse enthalten reichlich Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Doch deren Aufnahme ist stark davon abhängig, wie gut die Nahrung gekaut wird. Bei weichen und saftigen Früchten gibt es keine Probleme: Sie zerfließen im Mund und die Nährstoffe können gut aufgenommen werden.

Möhren, Kohlrabi und Salat erfordern jedoch gründliches Kauen, um die Nahrung im Mund zu verflüssigen. Das dauert bei jedem Bissen. Ungenügend zerkaute Nahrung kann im Verdauungstrakt nur schlecht aufgeschlossen werden. Ein Großteil der Vitamine und Mineralstoffe geht dabei ungenutzt über den Darm verloren.

An das schnelle Essen gewöhnt, ist kaum jemand bereit, gründlich zu kauen. Und viele sind dazu auch gar nicht mehr in der Lage, weil ihnen Zähne fehlen und sie eine Gebißprothese tragen.

Außerdem nutzen sich beim Kauen harter Nahrung die Mahlflächen der Zähne vorzeitig ab.

Wir stehen also vor einen Dilemma: Wenn wir die Nährstoffausbeute verbessern wollen, müssen wir Zeit, Kraft und Geduld beim Kauen aufwenden und dafür auch noch mit allmählichem Gebißverschleiß bezahlen. Wenn wir Gemüse und Salat schnell essen und nur flüchtig kauen, hält sich die Aufnahme der Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien in Grenzen.

Glücklicherweise können wir dieses Dilemma auflösen und die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen sogar über jenes Maß steigern, das bei gründlichem Kauen erreicht wird, und das ohne unsere Zähne und Kaumuskeln zu beanspruchen, nämlich durch Entsaften und Pürieren.


Frischgepreßte Säfte

Die Nährstoffe im Saft können optimal aufgenommen werden.

Entscheidend ist natürlich, daß der Saft auch genug Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien enthält.

Beim Zentrifugieren wird das Preßgut aufgrund der hohen Radialbeschleunigung stark geschleudert und die Safttröpfchen mit dem Luftsauerstoff verwirbelt. Dadurch wird die Oxidation gefördert und der Saft verliert an Wert.

Fabriksäfte müssen auch haltbar gemacht werden. Das geschieht gewöhnlich durch Pasteurisieren. Dabei gehen durch Erhitzung Vitamine verloren und Inhaltsstoffe werden verändert.

Üblich ist auch das Eindicken zur Herstellung von Saftkonzentraten, um Lager- und Transportkosten zu sparen. Je nach Temperatur und Dauer der Hitzebehandlung wird der Saft denaturiert und wird zu einem minderwertigen Fabriknahrungsmittel. Später wird das Saftkonzentrat wieder mit Wasser verdünnt.

Um diese Denaturierung, die Vitamin- und Mineralstoffverluste zu vermeiden, empfiehlt es sich, seine Säfte selbst frisch auszupressen und dabei schonend arbeitende Entsafter zu verwenden. Hochwertige Saftpressen wie der GreenStar Elite oder der bewährte Champion versprechen eine hohe Ausbeute, besonders wenn der Trester noch ein zweites Mal durchgegeben wird. So macht sich der hohe Preis dieser Geräte bald bezahlt.

 

Frischgepreßte Gemüsesäfte statt Fruchtsäfte

Der Zucker im Apfelsaft wird etwa zehnmal schneller aufgenommen, als wenn die gleiche Menge an Äpfeln gegessen wird. Das Trinken von Fruchtsäften führt somit zum Zuckerschock, besonders bei größeren Mengen und schlechter Zuckertoleranz. Das führt leicht zu Überzuckerung und anschließender Unterzuckerung des Blutes (Hyperglykämie und Hypoglykämie). Die Absenkung des Blutzuckerspiegels führt wiederum zu Heißhunger auf Süßes, obwohl der Organismus durch Zucker überlastet wurde.

Die ständige Zuckerüberlastung beschleunigt langfristig die Alterung, fördert Nervenschäden, Arteriosklerose und vielfältige Gewebe- und Organschäden.

Aus diesem Grunde sind Fruchtsäfte besser zu vermeiden. Früchte sollten lieber im Ganzen gegessen werden, um auch die Faserstoffe aufzunehmen. Dadurch wird die Zuckeraufnahme verlangsamt, der Sättigungsreflex eher erreicht und somit die aufgenommene Zuckermenge begrenzt.

Beim Saftpressen sollte man sich also besser an Gemüse halten, um die übermäßige Zuckeraufnahme zu vermeiden. Natürlich kann man auch einmal einen Apfel mit auspressen, wenn bei reichlicher Ernte große Mengen vorhanden sind.

Gemüsesäfte haben (bezogen auf ihren geringeren Zuckergehalt) eine hohe Dichte an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Zum Entsaften eignen sich besonders:

  • Möhren (sie enthalten für Gemüse relativ viel Zucker und geben dem Saft den süßen Wohlgeschmack)
  • Rote Rüben (nicht zuviel davon)
  • Knollensellerie
  • Stangensellerie
  • Fenchelknolle
  • Brennesselspitzen
  • Salatblätter

Solche frischgepreßten Gemüsesäfte sind geeignet, die Mineralstoff- und Vitaminversorgung entscheidend zu verbessern, vor allem, wenn mehr Salat und Grünblattgemüse verwendet wird.

Auch wenn frischgepreßte Gemüsesäfte gesund sind, genügen ein bis zwei Gläser. Denn auch Möhren und Rote Rüben enthalten beachtliche Mengen Zucker.

Bei der Gerson-Krebstherapie bekommen die Patienten jede Stunde ein Glas Karotten- oder Gemüsesaft (0,2 bis 0,25 Liter) und das 12- bis 14-mal täglich, also 2,5 bis 3 Liter Saft über den Tag verteilt. Dadurch wird einerseits die Mineralstoffversorgung der Kranken entscheidend verbessert und zugleich eine Überlastung durch zu viel Zucker vermieden. Die Erfolge mit dieser Methode sprechen für sich, auch bei vermeintlich unheilbaren Krebspatienten, die zum Sterben nach Hause geschickt waren.

 

Salat- und Gemüsepüree

Eine Alternative zum Pressen von Säften ist die Zubereitung von Salat- und Gemüsepüree, im Englischen auch als Smoothie bezeichnet.

Dabei werden nicht wie beim Entsaften die Faserstoffe separiert und als Trester weggeworfen, sondern das Gemüse wird mit einem Turbomixer zu einem sämigen Brei zerkleinert, der vollständig samt der Faserstoffe verzehrt wird. Das erspart viel Kauarbeit und ist nicht nur für die Träger von Gebißprothesen ein Vorteil, sondern verspricht auch bei funktionsfähigem Gebiß eine bessere Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien.

Durch den Turbomixer werden sogar die Zellen im Gemüse aufgebrochen, was optimale Nährstoffverfügbarkeit verspricht und nicht annähernd durch gründliches und langwieriges Kauen zu erreichen ist.

Gemüsepüree läßt sich durch die Zutaten vielfältig variieren. Durch Avocado, Nüsse oder Ölsamen wird es fettig und sämig. Durch etwas frischen Zitronensaft oder Sauerkraut (nicht zu viel) erhält es eine säuerliche Geschmacksnote, durch Stangensellerie, Gemüsepaprika und Gurke wohlschmeckende Substanz. Gewürzt werden kann mit Knoblauch und Bärlauch, mit Petersilie und Korianderkraut. Das alles verarbeitet ein Turbomixer in Sekundenschnelle. Zeitraubendes Schneiden spart man sich.

Natürlich sind auch Kauen und Einspeicheln notwendig. Man sollte sich also nicht zum schnellen Hinunterschlingen der Nahrung verleiten lassen. Am besten wird Gemüsepüree als Soße zu Salat, Tomaten und Gurken serviert, dann haben auch die Zähne ihre Arbeit zu tun.

Die hohe Drehzahl der Turbomixer ist übrigens unbedenklich, weil sich nur die kleinen Messer schnell drehen. Bei einer Saftzentrifuge hingegen wird das zerriebene Gemüse mit hoher Radialbeschleunigung nach außen geschleudert und die feinen Safttröpfchen werden mit Luftsauerstoff verwirbelt, was die Oxidation fördert.