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Heikle Organtransplantation


Thomas Klein - 12. Februar 2012


Aus der Sicht des Organspenders

Organtransplantationen sind problematisch. Denn dem Spender müssen die Organe aus dem lebendigen Körper herausgeschnitten werden, und er darf nicht in Ruhe sterben, da eine Transplantation von toten Organen nicht mehr möglich ist. Der Spender wird also bei lebendigem Leibe ausgeweidet.

Natürlich sagt das kein Befürworter so offen. Da wird von einem Zustand des Hirntodes gesprochen, bei dem der Sterbende nichts mehr spüre und eine Organentnahme ethisch vertretbar sei. Doch das Sterben dürfte vielmehr ein Prozeß sein, ein allmähliches Hinübergleiten vom Leben in den Tod, ähnlich wie wir es vom Einschlafen kennen. Genaues wissen wir nicht, da uns die Gestorbenen davon nichts mehr erzählen können. Allenfalls Berichte über Nahtod-Erfahrungen können herangezogen werden, wobei wir nicht wissen, wie nahe die Betroffenen wirklich dem Tode waren.

In dem Bestreben, Organe aus dem lebenden Körper operativ zu entfernen, wird man lieber etwas eher das Skalpell ansetzen als zu spät, zumal die Operation einige Zeit dauert. Man vergreift sich somit an noch Lebenden. Daran ändert sich auch nichts, wenn diese unter Narkose gesetzt werden.

Potentielle Organspender sollten darüber sachlich aufgeklärt werden, damit sie wissen, worauf sie sich einlassen.

Wer der Organentnahme einmal zugestimmt hat, wird sich beim Sterben im Krankenhaus kaum dagegen wehren können, daß ihm die kostbaren Organe lieber nicht schon ein bißchen früher herausgeschnitten werden. Vor allem wird der Organträger im Krankenhaus sterben müssen, um ihn zu gegebener Zeit ausweiden zu können. Er wird also nicht zu Hause im Kreise seiner Angehörigen entschlafen dürfen.


Aus der Sicht des Organempfängers

Patienten mit gravierender Insuffizienz eines Organs wünschen sich oft eine Transplantation und erhoffen sich davon Genesung. Doch diese Hoffnung erfüllt sich allenfalls vorübergehend und das mit Abstrichen. Richtig gesund werden sie damit nicht mehr. Denn die Organe stammen meist von mehr oder weniger kranken Spendern. Nur die Organe junger Unfallopfer sind in dieser Hinsicht akzeptabel.

Das Immunsystem des Empfängers muß mit starken Arzneigiften dauernd unterdrückt werden, damit das körperfremde Organ nicht von den Abwehrzellen angegriffen und zerstört wird. Es wird also durch Vergiftung eine Immunschwäche verursacht, wodurch sich der Gesundheitszustand zwangsläufig verschlechtert. Schon geringfügige Infektionen können lebensbedrohlich werden. Auch Befinden und Leistungskraft leiden darunter.

Die möglichen Komplikationen solch schwerwiegender Operationen sind vielfältig.

Außerdem ist bei den potentiellen Empfängern nicht bloß das eine Organ geschädigt, sondern auch andere. Meist sind auch Enzymsysteme geschädigt, der Hormonhaushalt und der Stoffwechsel gestört. Mit wird also auch aus diesen Gründen keine Gesundheit herbeizaubern können, sondern allenfalls den Organempfängern das Leiden und das Sterben verlängern.


Die Alternative

Anstatt auf Organtransplantation zu hoffen, ist es vernünftiger, die Gesundheit durch richtige Lebensweise und Ernährung zu bewahren. Dadurch würden sich Organtransplantationen weitgehend erübrigen.


Hohe Kosten

Der Nutzen von Organtransplantationen ist trügerisch und wird von den potentiellen Empfängern durch unrealistische Hoffnungen verklärt, wobei die Profiteure aus der Transplantationsindustrie diese Hoffnungen nähren, schließlich wird sich niemand das Geschäft verderben.

Doch die Kosten für die Krankenversicherungen sind immens und letztlich von den Beitragszahlern zu tragen. Im Sinne der Kostensenkung wäre es ratsam, Organtransplantationen aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen zu nehmen und durch eine freiwillige Zusatzversicherung abzudecken. Dann kann jeder selbst Kosten und Nutzen abwägen, ohne die Kosten auf andere abwälzen zu können.


Kriminalität

Unter den Schwerkranken, die sich von einer Organtransplantation Besserung erhoffen, gibt es viele Vermögende, die mit ihrem Geld für eine hohe Nachfrage nach frischen Organen sorgen. Dadurch werden kriminelle Organisationen gefördert, nicht nur in Entwicklungs- und Schwellenländern, sondern auch in Süd- und Osteuropa.

Und auch im Ländern mit einer konsequenten Strafverfolgung wird es nicht einfach sein, die Grenze zwischen legaler und illegaler Organentnahme zu wahren. Man denke nur an die Grauzone, die sich durch eine verfrühte Organentnahme ergibt.



Organspende – worum geht es?  (pdf-Datei, Stimme der Vernunft)

Die erweiterte Zustimmungsregelung gilt nur in 6 europäischen Staaten. In allen anderen Staaten gilt die noch viel härtere sog. Widerspruchsregelung. Hat der Spender einer Organentnahme nicht zu Lebzeiten widersprochen, was in einem Widerspruchsregister festzuhalten ist, so dürfen Organe entnommen werden, auch gegen den Willen der Angehörigen, die zum Teil noch nicht einmal darüber in Kenntnis gesetzt werden müssen. Dies kann auch Touristen widerfahren – und zwar beim Urlaub in folgenden Ländern: Frankreich, Italien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern. In Belgien, Finnland und Norwegen haben die Angehörigen zumindest ein Einspruchsrecht. In Bulgarien gibt es noch nicht einmal ein Widerspruchsrecht - es gilt immer eine "Notstandsregelung".