Vitamin B12, Bedarfsempfehlung

 

Zweifelhafte Bedarfsempfehlung für Vitamin B12

Viele Menschen, besonders ältere, leiden unter einem Mangel an Vitamin B12. Das führt unter anderem zu einem erhöhten Homocysteinspiegel, der wiederum ein starker Risikofaktor für viele Erkrankungen ist, etwa für Arteriosklerose oder Alzheimer-Demenz (mehr dazu in meinem Buch Volkskrankheit Vitamin-B12-Mangel. Über die schwerwiegenden Folgen geringer Zufuhr, gestörter Aufnahme und Verwertung von Vitamin B12).

Führen sich nun ältere Menschen mit einem Mangel 10 µg Vitamin B12 täglich zu, etwa das Doppelte des offiziell ausgewiesenen Mindestbedarfs, verbessern sich weder Vitamin-B12-Status noch Homocysteinspiegel. Erst bei Zufuhr von 50 µg Vitamin B12, etwa das Achtfache des Mindestbedarfs, verbesserten sich die Werte deutlich.

 

Seal; Metz; Flicker; Melny: A randomized, double-blind, placebo-controlled study of oral vitamin B12 supplementation in older patients with subnormal or borderline serum vitamin B12 concentrations. J Am Geriatr Soc. 2002 Jan;50(1):146-51. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12028259

 

Zufuhr hoher Dosen bei Ausnutzung der passiven Diffusion

Um einen B12-Mangel zu überwinden, sind eher 1000 µg Methylcobalamin pro Tag zuzuführen, wovon etwa 1 Prozent über passive Diffusion aufgenommen wird, also etwa 10 µg (Varianz 5 bis 30 µg). Es ist somit zwischen zugeführter und aufgenommener Menge zu unterscheiden.

Mit aktiver Aufnahme, sofern diese ungestört abläuft, werden höchstens 2 µg aufgenommen, unabhängig von der zugeführten Dosis bzw. der Menge an Vitamin B12 in der Nahrung einer Mahlzeit. In nicht wenigen Fällen ist jedoch die aktive Aufnahme gestört, weshalb auf passive Diffusion zu setzen ist. Das erfordert wegen der geringen Aufnahmerate die Zufuhr weitaus höherer Dosen.

 

Ausführlich dazu in dem Buch: Volkskrankheit Vitamin-B12-Mangel. Über die schwerwiegenden Folgen geringer Zufuhr, gestörter Aufnahme und Verwertung von Vitamin B12.